1. Gesellschaft

Zivildienstleistende an Schulen – Ein „win-win“ Projekt

Lehrpersonen in der gan­zen Schweiz sind sehr be­las­tet. Für Zi­vil­dienst­leis­te​nde braucht es Einsatzmöglichkeiten.​ Alles spricht dafür, dass Zi­vil­dienst­leis­te​nde in­ner­halb und aus­ser­halb des Klas­sen­zim­mers hel­fen können. Bei­spiels­weise bei der Pau­sen-Auf­sicht, am Mit­tags­tisch, beim Haus­dienst, Hil­fe­stel­lun­gen für Schüler/-innen, As­sis­tenz für Lehr­per­so­nen, es gibt viele Einsatzmöglichkeiten.​ Ein allfälliger Ein­satz von Zi­vil­dienst­leis­te​n­den könnte viel­leicht auch dem Pro­blem des Lehr­per­so­nen­man­g​els ent­ge­gen wir­ken, indem die eine oder an­dere Per­son für die­sen Beruf begeistert  wer­den könnte und sich ent­sch­liesst, die Aus­bil­dung zu ma­chen.

Die Gesetzgebung bietet verschiedene Möglichkeiten, um die Eignung eines Zivis für den Einsatz sicherzustellen. Voraussetzungen, die der Zivi beispielsweise bezüglich seiner Ausbildung oder Kompetenzen mitbringen muss, sind auf dem Pflichtenheft festgehalten. Der  Einsatzbetrieb, hier die Schule, prüft die Unterlagen, führt  Vorstellungsgespräch​e, kann Probeeinsätze veranlassen. Der Zivildienst seinerseits klärt die Eignungsabklärung ab  und prüft allenfalls den Stand des Leumunds. Diese Abklärungen sind sicher besonders wichtig, steht doch bei einem Einsatz in der Schule das Kindswohl im Mittelpunkt.

Das Projekt „Seniorinnen und Senioren in der Schule“ ist eine Erfolgsgeschichte für die Senior/-innen, wie auch für die Schulen. Einerseits bei der Unterstützung der Lehrpersonen, anderseits für die Schüler/-innen, welche generationenübergreif​ende Erfahrungen machen können. Daher ist es meines Erachtens sinnvoll, dieses Projekt auszudehnen

Aufgrund​ all dieser Überlegungen habe ich den Bundesrat gebeten, mir folgende Fragen zu beantworten:

Könnte sich der Bundesrat vorstellen, den Einsatzbereich für Zivildienstleistende auf den Schulbereich wie oben beschrieben auszudehnen und die zuständigen Behörden aufzufordern, solche Einsätze zu forcieren?

Gespannt erwarte ich die Antwort des Bundesrates und werde mir dann die nächsten Schritte überlegen.

Yvonne Feri, Nationalrätin 

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Comments to: Zivildienstleistende an Schulen – Ein „win-win“ Projekt
  • April 1, 2012

    Sehr geehrte Frau Feri

    Klar drücke ich Ihnen den Daumen nach oben. Doch würde es mich freuen, wenn sie Ihre kleine unscheinbare Anfrage zu einer umfassenden Motion reifen lassen würden!

    Die zurzeit stattfindende Verkleinerung der Armee von 600‘000 (Armee 61) auf 120‘000 Soldaten (Armee XXI) führt zu einem Überbestand an potentiellen Rekruten. Es ist nahe liegend, die allgemeine Dienstpflicht neu zu regeln und sie auf verschiedene Zivildienstaufgaben auszuweiten. Sinnvoll wäre neu eine Dienstpflicht für alle jungen Schweizer(innen) und Neupensionierte. Gefragt sind heute nicht nur traditionelle militärische Disziplin sondern auch Kreativität, Horizonterweiterung, Fördern von Führungserfahrung in Projekten, Begegnung der Generationen, Umweltverständnis, Verständnis für Hilfebedürftige und vieles mehr.

    Bundesrat Ueli Maurer möchte in der Schweiz die “beste Armee der Welt”. Eine voll motivierte Truppe im Dienste militärischer und ziviler Aufgaben wäre ein erster Schritt dazu. Eine mental gesunde Schweizerbevölkerung mit einem gut ausgeprägten Sinn fürs Zusammenleben verschiedenster Menschen wäre ein Hit! In dieser Schweiz leben wir gern und tun unser Bestes dafür!

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    • Juli 19, 2021

      “…Kreativität, Horizonterweiterung, Fördern von Führungserfahrung in Projekten, Begegnung der Generationen, Umweltverständnis, Verständnis für Hilfebedürftige und vieles mehr.”

      Und das sollen Zivis im Schulhaus erleben?

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  • April 1, 2012

    Frau Feri, da kann ich ihnen nur zustimmen. Weiter sollte man auch die Gedanken von Herrn Jorns weiterentwickeln. Dabei sollte man aber endlich eine ungerechtigkeit aus der Welt schaffen.

    Ich bin dafür, dass jeder in der Schweiz ansässige seinen Dienst an der Allgemeinheit leisten soll. Meines Erachtens sollte diese Dienstpflicht auch auf die Ausländer ausgeweitet werden.
    Dies wäre auch zusätzlich ein Beitrag zur Integrierung der ausländischen Bevölkerung.
    Es schadet niemandem in der Schweiz die Idee der Solidarität am eigenen Leibe erfahren zu müssen.

    Der Dienst an der Allgemeinheit kann je nach Bedarf und Möglichkeit in Form eines Militär- oder Zivildienstes absolviert werden. Von der Möglichkeit des Militärdienst wären Nicht-Schweizer aber ausgeschlossen.

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  • April 2, 2012

    Sehr geehrte Frau Yvonne Feri,
    Mir persönlich ist das zu heikel, Sie haben es erwähnt, man soll den Leumund des Zivi prüfen, bevor man Sie/ Ihn auf die Kindheit loslässt.
    Das Kindeswohl steht im Mittelpunkt.
    Das bei der heutigen Rechtsprechung, wo ja auch verurteilte Lehrpersonen welche sich an Kindern bewiesen vergriffen haben, dies auch eingestanden haben, weiter als Lehrpersonen tätig sein dürfen.
    Die heutige Gesetzgebung brachte es ja nicht einmal zu Stande, potenziell gefährliche Armeedienst Leistende vom Armeedienst fernzuhalten.

    Schn​itt:

    Wehrdienst Pflicht in Landes Dienst Pflicht für alle, Männer wie Frauen umstrukturieren.

    Tätigkeiten beim heutigen Littering, Umweltschutz Landschaftsschutz, bei der Unordnung in den Wäldern, Altenpflege, Sozialhilfe, ordentlicher Winterdienst, nebst Zivilschutz, Katastrophenschutz, Feuerwehr, bewaffneter Armeedient, es gibt genug zu tun.

    Möglicherweis​e führt so ein neuer Landesdienst für Alle dazu, dass wir wieder mit etwas mehr Achtung der Allgemeinheit begegnen.

    Diese Idee Neuordnung des Landesdienstes wird aber der GSOA nicht gefallen.

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  • April 2, 2012

    Offensichtlich braucht es nach Ihnen weder für Hausabwart und Lehrpersonen eine mehrjährige Ausbildung.

    Zudem konkurrenzieren die Zivis die guten Schüler, die als Gratis-Hilfslehrer ihren Mitschüler unterrichten müssen.

    Schliessli​ch freuen sich die Schüler, wenn sie lernen wie man fachmännisch einen Joint dreht.

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  • April 2, 2012

    Sehr gut Frau Feri

    Ich persönlich finde die Idee gut, es gibt sicher genug Lehrpersonen etc. die Zivildienstleisten und in einer anderen Schule mal aushelfen können.

    Die Idee sollte man weiterentwickeln und einen Kriterienkatalog erstellen wer das machen kann oder nicht.

    Nur finde ich ein Punkt noch wichtig wer Kontrolliert denn die Zivis?

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    • Juli 19, 2021

      Sehr geehrte Frau Feri
      Ein Win Win Projekt wäre z. Bsp.
      Dass sich die Eltern wieder das Bewusstsein erlangen,mehr Zeit für ihre Jugend in der Prägungsphase zunehmen,
      als dem lieben Geld hinterher zu rennen(sprich Luxus).
      Wenn Kinder nur noch zu Überforderungen neigen, (nebst der Karriere) wunderts mich heute nicht weshalb wir in den Schulen grosse Probleme haben.
      Wenn man sich schon den Kinderwunsch erfüllen möchte, sollte man auch vor Augen halten einige Jahre auf Karriere zu verzichten und dass es ebenso eine grosse Herausforderung bedeutet, nur dass es keine finanziellen Mittel einbringt.
      Es gibt nichts schöneres, als wenn ich mich mit meinem Kind
      beschäftigen kann und ihm meine Hilfestellung ( Prägung), mit auf den Lebensweg mitgeben darf.
      Die Zeit, ist die kürzeste und der schönste Moment im Leben.
      Wenn schon Kinderwunsch,dann richtig , so wie es unsere Eltern bei uns gemacht haben !!!!
      Oder braucht es unbedingt nur noch Materielles um auf diesem Planeten zu existieren?????
      Ich rede hier von Luxus!!!
      Dann sollte sich jeder einzelne zwischen Karriere und Kind entscheiden müssen.
      (Bei der Tierhaltung gilt übrigens das gleiche, wer keine Zeit dazu hat sollte sich kein Tier zulegen)!!!!

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  • April 3, 2012

    Wir auf dem Bau sind auch sehr belastet, könnte da der Zivilschutz nicht auch unsere Arbeit übernehmen?

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  • April 3, 2012

    Sollte nicht zuerst die Wehrpflicht auf Frauen und Menschen mit Doppel- ausländischen Staatsbürgerschaften ausgedehnt werden?

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    • Juli 19, 2021

      Jeder der in der Schweiz seinen festen Wohnsitz hat sollte einen Dienst zum Wohle der Allgemeinheit leisten müssen.

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  • April 7, 2012

    Sehr geehrte Frau Feri
    Es ist schön, dass Sie sich Gedanken machen über Zivildienstleistende.​ Das vorgeschlagene Pflichtenheft; — Beispielsweise bei der Pausen-Aufsicht, am Mittagstisch, beim Hausdienst, Hilfestellungen für Schüler/-innen, Assistenz für Lehrpersonen, es gibt viele Einsatzmöglichkeiten.​–sieht danach aus, als würden Beschäftigungsmöglich​keiten für Leute gesucht, mit denen man sonst nichts anzufangen weiss.
    Ich möchte auch behaupten, dass es noch unzählige Bereiche gibt, in denen die beschäftigten Leute mindestens so stark, wenn nicht stärker belastet sind als die von Ihnen erwähnten Lehrer.
    Wären Gedanken in Richtung “Gleichberechtigung => Gleichverpflichtung“ nicht effizienter? Auch Frauen können Zivildienst leisten, aber die wenigsten tun es leider. Da müssten Sie ansetzen, denn das würde richtig einschenken. Ich bin überzeugt, dass dann bestimmt ein paar Zivis übrig sind, um den Lehrkräften unter die Arme zu greifen, damit sich diese etwas von ihrem Stress erholen könnten.

    Frage: Kann oder soll DAS die Aufgabe des Zivildienstes sein?

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    • Juli 19, 2021

      Herr Villiger, wie man diesen Dienst auch immer nennt ist nicht relevant. Ich fände es aber gut, wenn jeder Bewohner der Schweiz für eine gewisse Zeit einen Dienst zum Wohle der Allgemeinheit leisten würde. Ob dies nun in Form eines Zivildienstes, eines Wehrdienstes, eines Landdienstes, eines Pflegedienstes usw. geschieht ist aber nicht relevant.

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    • Juli 19, 2021

      Richtig Herr Steiner,
      da bin ich ganz Ihrer Meinung. Aber es sollte sich um qualifizierte auf das Individuum abgestimmte Arbeit/Dienstleistung​ handeln und dem “Zivi” auch Spass machen. Dann würden sich bestimmt auch mehr Menschen für solche Dienste melden im Bewusstsein, dass die Arbeit geschätzt wird. Für “Dubbelibüez” sind Zivildienstleistende nicht da.

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