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Zwar Mindestlohn garantiert, aber kein Job?

Mir stellt sich die Fra­ge, wie nützlich eine Min­dest­lohn-­Ga­ran​​­tie für Ar­beit­neh­mer zusätzlich zu den –Einzel aus­ge­han­del­ten Ver­band­s­ta­ri­fen-​​ tatsächlich noch ist und ob der Staat sich zwin­gend auch noch in die­sem Be­reich ein­mi­schen muss.

Die für die Kontrolle der Arbeitsbedingungen zuständigen Kreise, müssten bei einer Annahme eines Mindestlohnes für Angestellte sehr viel genauer kontrollieren müssen, ob der Gesetzestext ordnungsgemäss Umgesetzt ist/wird. Bereits jetzt sind die Kontrollen von Arbeitsvorschriften nur in Einzelfällen Kontrollierbar, denn vielerorts fehlt dafür schlichtweg das qualifizierte Personal. Müssten sie sich auch noch mit gesetzlichem Exekutivrecht um die Lohnkontrollen aller Unselbstständigen kümmern, würde der Aufwand noch einmal enorm steigen.

Aber das ist nur das kleinere Problem.

Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit wird die Annahme der Mindestlohn-Initiativ​​e, zwangsläufig für viele Selbstständige zum Verlust von Aufträgen führen. Manche werden mit ihren Arbeiten gebraucht und sind unverzichtbar, keine Frage. Sie würden profitieren. Für (zu)viele andere, die aufgrund der dann gesetzlich festgelegten überhöhten Lohnkosten Aufträge verlieren, könne man nichts tun! Da wird „der Markt den Markt sozusagen bereinigen, und die Leute müssen sich im Zweifel etwas anderes suchen“. Es stellen sich daher die nicht unerheblichen Fragen:

a)     Was und vor allem wo, soll ein bisher Selbstständig Kleinerwerbender (KMU) überhaupt noch was finden?

b)     Was nützt eine Mindestlohngarantie, wenn ihn schlussendlich kaum einer bekommt?

c)      Wird in naher Zukunft das Sozialamt das bisherige RAV ersetzen müssen?

Viele meiner Kollegen aus der Gilde der Selbstständigerwerben​​den, sind überzeugt, dass Sie in Zukunft weder Lehrlinge Ausbilden noch Angestellte haben werden können.

 

Personen haben auf diesen Beitrag kommentiert.
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Comments to: Zwar Mindestlohn garantiert, aber kein Job?
  • April 21, 2014

    Sie sprechen mir aus dem Herzen. Ich werde alle meine Angestellten (4) auf die Strasse stellen müssen. Ich werde selbst einen geringen Umsatz generieren können und weniger Steuern zahlen ( ich weiss nicht einmal, ob ich , durch die Konkurrenz aus Italien (Scheinselbständige)​ auf den Mindestbetrag für die MWST komme. Die Arbeitslosigkeit wird steigen, Tessiner müssen wegziehen in die Nordschweiz um Arbeit zu finden. Das Tessin wird über kurz oder lang Italien gehören

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    • Juli 19, 2021

      Es gibt ohnehin bereits gewisse Gremien, welche sich lieber nicht für Land und Leute einsetzen und dem grossen Kanton kniebiegend bereits das “neue Bundesland” der EU verschenken möchten. Federführend SP im Schlepptau Grün und Co.

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  • April 21, 2014

    “Sie würden profitieren. Für (zu)viele andere, die aufgrund der dann gesetzlich festgelegten überhöhten Lohnkosten Aufträge verlieren, könne man nichts tun!”

    Überhöht, Herr Ress? Da kann man nur noch leer schlucken. Also bitte: Senkt die Löhne massiv! Das schafft Arbeitsplätze.

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    • Juli 19, 2021

      Herr Wildenstein,
      Wir können weder die Löhne einfach senken, noch die Mindestlöhne einfach garantieren.
      Wenn man zwar schaut, wie genau aus dem Lager Links,Grün, mit all den Umweltschutz Abgaben laufend neu abgezockt wird, plus wie das ganze Gesundheitssystem im Eimer ist, müsste man dem Mindestlohn zustimmen.
      Problem ist nur, das Geiz ist geil Thema, da ist wieder die gleiche Politische Gruppe am auf der Tiefpreissuche….


      Wer also soll den Mindestlohn bezahlen? Oder besser die Angestellten doch entlassen, Arbeit auslagern…?

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    • Juli 19, 2021

      Herr Wildenstein,
      Wir, bezahlen das eh. Entweder mit Steuergeldern und Sozialamt, oder aber höhere Preise als Konsumenten plus dann die Arbeitslosen, welche den Job ganz verlieren.
      Mindestlo​hn ist wie garantiertes Grundeinkommen zwar nett gedacht, aber nicht fertig durchgedacht.

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    • Juli 19, 2021

      Herr Wildenstein,
      Nach meiner Ansicht kommt alles aus der gleichen Ecke.

      Arbeitslosen, Sozialamt, ist immer gefragt, wenn Jobs verloren gehen, oder Menschen nicht mit dem Lohn klar kommen, den sie Verdienen.
      Dann geht das Rack Zack, weil alles Teurer wird, und der Mindestlohn muss jährlich erhöht werden, weil alles teurer wird, hier in der Schweiz.
      Was aber nicht teurer wird, ist das Ausland, ob er das versteht? Ist wie diese Lohnschere, Arm Reich, diesmal nur EU Schweiz

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    • Juli 19, 2021

      Herr Wildenstein,
      Die Rechnung wird immer bezahlt.
      Wenn man mich aber fragt, ruiniere ich Unternehmen, vornehmlich KMU Betriebe, (die Konzerne weichen schneller aus wie sie denken können)
      Oder aber ruiniere ich das “Sozialwesen” dass die anderweitig sparen müssen und Gelder umlagern müssen, steht für mich der Unternehmer an erster Stelle.

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    • Juli 19, 2021

      Sie rühren absichtlich alles durcheinander, Herr Nabulon, obschon sie längstens wissen, dass beides nichts miteinander zu tun hat.

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    • Juli 19, 2021

      “Wer also soll den Mindestlohn bezahlen?”

      Von Ihnen aus das Sozialamt, wie bisher, Herr Nabulon, also wir Steuernzahlenden.

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  • April 21, 2014

    Das ist leider die traurige Situation, Herr Bernasconi. Und da kommen noch ganz andere Dinge dann auf den Tisch, über die sich die Initianten tunlichst ausschweigen. Leider. Abehnen diese Murcks.

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  • Mai 2, 2014

    Gutes Beispiel warum steuerfreie Gewinne + Kapitalgewinne sowie Mieteinnahmen Sozialabgabepflichtig​ sein müssten. Einerseits gibt es Änderungen der Kaufkraft z.b. durch Entwertung der Sparkapitalien, was wiederum Sachwerte z.b. Immobilien verteuert dessen Verteuerung die Arbeitnehmer wieder mehrfach zu kompensieren haben. Das sind m.E. die Entwertung der Sparkapitalien, Stagnation der Lohnsteigerung (wegfallen des Teuerungsausgleich), Mietpreisexplosion, Arbeitsdruck, Sozialabbau und nicht zuletzt die Verpflichtung die Risiken des Zockenden Grosskapital übernehmen zu müssen.

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