1. Sonstiges

Stadtstaat Schweiz?

 Die Bun­des­ver­wal­tung rech­net – und wir dürfen stau­nen. So ge­sche­hen im Bun­des­amt für Raum­ent­wick­lung (A­RE), wel­ches er­rech­net hat, dass in der Schweiz noch genügend Bau­land­re­ser­ven vor­han­den sind, um wei­tere zwei Mil­lio­nen Men­schen an­zu­sie­deln. So auch ge­sche­hen im Um­welt­de­par­te­men​t (U­VEK), das uns in sei­nem Strategiebericht „Zukunft der na­tio­na­len In­fra­struk­tur­netz​e in der Schweiz“ vor­rech­net, dass die Schweiz in den nächsten 20 Jah­ren rund 200 Mil­li­ar­den Fran­ken in seine In­fra­struk­tur im Be­reich Ver­kehr, Strom, Gas und Te­le­kom­mu­ni­ka­ti​on in­ves­tie­ren muss, um nicht im to­ta­len Kol­laps zu enden.

 

Gemeinsam ist beiden Berechnungen, dass sie sich auf rein quantitative Aussagen beschränken. Die Botschaft lautet: Von allem mehr ist möglich, von allem mehr ist nötig, von allem mehr kostet aber enorm viel Geld, ohne gleichzeitig den Wohlstand der schweizerischen Bevölkerung zu wahren oder gar zu mehren. Wohlstand sei mit mehr Wachstum zu erreichen, ist die gängige Meinung. Die Frage aber, ob mehr Wachstum auf die Dauer zu mehr Lebensqualität führt, ist nicht mehr einfach mit einem Ja zu beantworten, wenn unter Lebensqualität auch Platz und Raum verstanden wird. Noch gehört es zum Programm des Kantons Aargau, dass in den Agglomerationen der vom Wohnort nächstgelegene Erholungsraum in 15 Minuten zu Fuss erreichbar sein soll. Wie lange noch?

 

Auffallend ist, dass man der Frage, wie viele Menschen dieses Land erträgt, ausweicht. Dabei liegt es doch auf der Hand, was selbst im UVEK-Bericht steht: „Eine wachsende Bevölkerung hat naturgemäss eine grössere Nachfrage nach Infrastrukturdienstle​istungen zur Folge.“ Wer ein Bevölkerungswachstum von jährlich 100‘000 Menschen hinnimmt, muss sich die Fragen gefallen lassen, ob er zusätzliche Kernkraftwerke will, wie der CO2-Ausstoss gesenkt werden soll, wie dem weiteren Landverschleiss begegnet werden kann, wie die riesigen Investitionen in zusätzliche Infrastrukturen und deren Unterhalt zu finanzieren sind, wie Nahrungsmittel für immer mehr auf immer weniger Fläche produziert werden sollen und vor allem: wie wir es schaffen, dass wir uns noch wohlfühlen können.

 

Das schweizerische Mittelland gehört zu den zehn am dichtest bebauten Gebieten der gesamten Erde. Was dies bedeutet, war vor Kurzem in der Aargauer Zeitung anhand des Beispiels von Holland zu lesen, das ähnlich dicht besiedelt ist: Dichtestress verursacht Aggressionen und Gewalttätigkeit. Dadurch lässt das Sicherheitsgefühl der Menschen nach, Angst macht sich breit. Aus Wachstum wird nicht mehr Wohlstand, sondern weniger Lebensqualität.

 

N​ehmen wir endlich zur Kenntnis, dass von der Gesamtfläche der Schweiz von 41‘000 Quadratkilometern nur gerade 2800 Quadratkilometer für die Siedlungsflächen zur Verfügung stehen und dass die landwirtschaftlichen Nutzflächen 15‘000 Quadratkilometer ausmachen. Auf den insgesamt rund 18‘000 Quadratkilometern, die uns also zum Leben zur Verfügung stehen, muss alles Platz haben: Wohnungen, öffentlicher Raum, Verkehrswege, Infrastrukturen, Nahrungsmittelprodukt​ion.

 

Wir müssen uns überlegen, ob wir es zulassen wollen, dass die schweizerische Wohnbevölkerung aufgrund der hohen Einwanderungsquote unaufhaltsam wächst, während sich im europäischen Umfeld eher ein Bevölkerungsschwund abzeichnet. Es ist Unsinn zu glauben, wir könnten die demografischen Probleme, also beispielsweise die Sicherung unserer Altersvorsorge, mit Bevölkerungswachstum entschärfen. Auch Migranten werden älter und haben das Recht auf eine Altersrente, was in dieser Logik zu noch mehr Einwanderung führen würde.

 

Es ist ebenso unsinnig zu behaupten, mehr Einwanderung bringe mehr Wirtschaftswachstum und damit mehr Wohlstand. Das eigentliche Wohlstandsbarometer ist das Wachstum beim Bruttoinland pro Kopf. Und dieses geht zurück. Im laufenden Jahr ist sogar zu erwarten, dass es trotz weiterhin hoher Einwanderung unter den Vorjahreswert sinken wird. Fazit: Der Kuchen wird zwar grösser, muss aber durch immer mehr Leute geteilt werden, wodurch der Wohlstand sinkt.

 

Philipp Müller, Nationalrat, Reinach AG

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Comments to: Stadtstaat Schweiz?
  • Mai 18, 2010

    1. Für alle welche es vergessen haben:
    Gemäss Bundesbrief misst sich der Wohlstand am Wohle der Schwachen.

    2. Einwanderungen betreffen nicht nur unser Land.
    Wichtig für uns ist, dass unsere Gesetze und (Rückführ-Abkommen) auch greifen und verhindern dass Migranten ohne Anpassungs-Wille nicht unser Sozialsystem unnötig belasten.
    Ich denke dass dieser Punkt der wichtigste für die Nahe Zukunft darstellt!

    3. Es wird wohl zwangsmässig zu immer grösseren Ballungszentren kommen; weltweit!
    Ich kann mir gut vorstellen, dass wir an Kapazitätsgrenzen stossen werden, in Nahrungsbelangen, Energietechnisch und so weiter und so fort. Wie gut gibt es noch die Wissenschaft welche hier bestimmt noch auftrumpfen wird.

    Höchstwahrsc​heinlich wird es in Zukunft mehr als 15 Min. brauchen um im Aargau in ein Erholungsgebiet zu gelangen… sind wir vielleicht in gewissen Punkten zu verwöhnt um Neuerungen hinzunehmen?
    Ich fühle mich in praktisch jeder Schweizer Stadt wohl, da genügend Bäume und Blumen für guten Kontrast zum Betongrau sorgen.

    Schlussend​lich hängt die Wirtschaft von neuen Aufträgen ab. Ein Grund wieso es uns recht gut geht.

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  • Mai 18, 2010

    Wer heute von Genf nach St.Gallen fährt, wird nachts – wenn er sich nicht gerade in einem Tunnel befindet – auf der ganzen Strecke, von irgend welchen Lichtquellen begleitet. Überall wohnt oder arbeitet jemand. Bei Tag sieht man überall Baukräne. Überall entstehen gesichtslose aquarienartige Flachdachbauten, die nicht so recht in die Landschaft passen wollen! Wohnraum, der gefüllt werden muss wird auf Halde produziert und der Betonkrebs zerfrisst die Landschaft. Zu Stosszeiten sind alle Züge, in beiden Klassen, überfüllt. Mancher Reisende muss stehen. Staus auf den Autobahnen sind Normalität.
    Raumplan​er und Wachstums-Neurotiker übersehen, dass sich die ins Land gepumpten Zuzüger nicht unspürbar wie Vögel von Ort zu Ort bewegen , dass sie gezwungenermassen CO2 ausstossen, Energie und Wasser brauchen, Schulen, Kindergärten, Spitäler und Altersheime und nicht zu letzt auch Gefängnisse und Rehabilitationszentre​n aller Art. Das Land platzt in jeder Beziehung aus allen Nähten und Ausländer, welche die Schweiz mögen, schütteln den Kopf. Eine mit sträflichem Egoismus agierende Bau und Transport-Lobby, Immobilienspekulanten​ und Grossverteiler profitieren kurzfristig auf Kosten kommender Generationen.

    Der Zuzug von Menschen aus dem nördlichen Nachbarland, die bereits sehr wichtige Spitzenfunktionen in Medien, Kultur, Ausbildung, Kirche und Medizinalwesen einnehmen, verändern spürbar Lebens- und Umgangsformen. Ein neuer Management und Kommunikationsstil zieht ein in die Führungsetagen unserer Unternehmen. Manche leiden darunter.
    Sicher braucht das Land Zuzug, neues Blut, neues Wissen und Ideen. Dies aber in einem ausgewogenen ethnischen Mix und nicht unkontrolliert.

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  • Mai 24, 2010

    Wer seit je jede vorausschauende Bauzonenplanung verhindert (bürgerliche Politiker) und bünzlige Bauzonenvorschriften erlässt (alle von links bis rechts)muss sich über die Konsequenzen nicht wundern. Solange ein Neubau auf der grünen Wese einfacher ist, als bestehendes abzureissen, wird sich auch nichts ändern. Die ganze Zersiedelung ist das Produkt einer ideologisierten Baupolitik von links bis rechts. Ist unser Land wirtschaftlich erfolgreich, werden wir wachsen. Wir bräuchten weniger Immigranten, wen wir nicht die Leute in der unproduktiven Landwirtschaft behalten oder eine Frau an den Arbeitsplatz Politik betreiben würden.

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  • Mai 26, 2010

    Zitat:
    “Dichtestr​ess verursacht Aggressionen und Gewalttätigkeit. Dadurch lässt das Sicherheitsgefühl der Menschen nach, Angst macht sich breit. Aus Wachstum wird nicht mehr Wohlstand, sondern weniger Lebensqualität.”

    ​Eben das Gegenteil ist der Fall. Wenn man unter Menschen ist, lernt man mit ihnen umzugehen, was Gelassenheit bringt. Eine Lernerfahrung, die es gewissen Bürgern fehlt, die auf dem Land leben. Manche Leute, die ich kenne leben in einer Stadt und leiden nicht unter “Dichtestress” (was da auch heissen mag).
    Lernen wir lieber, wie mit unseren Mitmenschen umzugehen als bloss aus Statistiken zu interpretieren, man solle die Einwanderung stoppen.
    Es ist auch purer Egoismus glauben zu wollen, man könne für viel Geld sein Haus bauen, um sich von jeglichen Kommunikationsschwier​igkeiten abzugrenzen.

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  • Juni 18, 2010

    In der Tat ist die Frage, wieviel Bewohner die Schweiz verträgt eine äusserst heikle. Bedauerlicherweise darf man sich in der heutigen Zeit kaum dazu äussern, ohne in Verdacht zu geraten, dass diese Frage etwas mit Ausländerfeindlichkei​t zu tun hat.
    Herr Gottstein hat das treffend kommentiert. Eng verknüpft mit dieser Frage sind alle weitern Aspekte unseres Zusammenlebens und gehört deshalb sehr wohl auf die Prioritätenliste unserer Zukunftsplaner (Politiker).
    Guter Artikel, Herr Müller. Nur sollte sich jetzt mal “jemand” daran machen, die wirklich wichtigen Fragen anzugehen.

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  • Juni 30, 2010

    Ich stimme diesem Artikel zu und möchte dazu einen Lösundsansatz zur Diskussion stellen:
    Wie wäre es, wenn wir die dauerhaft (dauerhaft muss noch definiert werden)in der Schweiz wohnende Bevölkerung auf z.B. 8 Millionen limitieren würden? Dies würde viele Probleme der Schweiz automatisch lösen. Beispiele dazu:
    -Die Infrastruktur könnte geziehlt auf diese Menge Leute geplant und gebaut werden.
    -Es wird bald genügend Wohnungen für alle haben. Dadurch wird der drang, die Qualität der bestehenden Bauten zu verbessern wieder grösser. Dadurch wird die Schweiz langfristig attraktiver. Die Schweiz würde attraktiver für qualifizierte Arbeitskräfte. Der Lebensstandard würde nicht weiter sinken. Touristen werden vermehrt in die Schweiz kommen.
    -Bei heute schlechter bezahlten Jobs müssten langfristig Angebot und Nachfrage wieder spielen. Somit wird die Lohnschere gebrochen.

    Dies sind nur ein paar Gedanken. Jede Idee hat seine Vor- aber auch seinen Nachteile. Helfen sie mit die Idee weiter zu entwickel.

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  • Februar 2, 2011

    Mehr Sozialhilfe-Fälle: Auch eine Folge der Personenfreizügigkeit​!

    Wer glaubt, die hohe Sozialhilfequote sei vor allem ein Problem des Familiennachzugs aus Nicht-EU-Ländern, irrt sich. Die seit der EWR-Abstimmung immer wieder – auch von wissenschaftlicher Seite – publizierte Behauptung, die Personenfreizügigkeit​ bringe der Schweiz vor allem Vorteile und es müsse nicht mit einer massiven Zuwanderung gerechnet werden, muss im Hinblick auf Lohn-Dumping und dem Abgleiten von Bevölkerungsschichten​ in die Sozialhilfe hinterfragt werden.

    Die von der Schweiz eingeleiteten flankierenden Massnahmen sind ungenügend, um Lohn-Dumping und die Einwanderung aus der EU in prekäre Arbeitsstellen zu verhindern. Dies hat verschiedene Gründe: 1. Die Kontrollen der Löhne sind nur stichprobenhaft möglich. Sie verschaffen den Gewerkschaften zwar wieder mehr Ansehen; den Druck auf die Löhne verhindern sie damit aber nicht entscheidend. 2. Die Personenfreizügigkeit​ blockiert Lohnerhöhungen durch das Mehrangebot von Arbeitskräften. 3. Zuwanderer aus Nicht-EU-Ländern in die EU erhalten dort relativ rasch eine Aufenthaltsbewilligun​g. Sie können diese benützen, um in der Schweiz eine Arbeitsstelle nachsuchen zu können. 4. Die Unterwanderung des regulären Arbeitsmarktes erfolgt über “Selbständigerwerben​de”, “Schein-Selbständige​rwerbende”, unattraktive und schlecht bezahlte Berufe in der Landwirtschaft, im Detailhandel, im Gastgewerbe, im Haushalt oder noch schlimmer durch die Anstellung von Sans-Papiers; die Zuwandernden können dann später, ev. via eine gewisse Zeit in der Arbeitslosigkeit, in den regulären Arbeitsmarkt eintreten und wiederum auf das Lohnniveau drücken. Die prekären Arbeitsverhältnisse nehmen damit zu und damit auch die Gefährdung, in die Sozialhilfe abzugleiten.

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  • April 11, 2011

    Zuwanderungsbremse: Ecopop hat das richtige Rezept!

    Auch wenn es der Raumplanungspolitik gelingen sollte, den städtischen Lebensraum nach innen zu verdichten und der Bevölkerung die verdichteten Bauformen schmackhaft zu machen, beschert uns die gegenwärtig ablaufende masslose Zuwanderung Verkehrs-, Energie- und Umweltprobleme. Nur mit einer Zuwanderungsbremse, wie sie der Verein Ecopop vorschlägt, bekommen wir die Probleme in den Griff.

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  • April 11, 2011

    Initiative von Ecopop: Nur eine Zuwanderungsbremse ist wirksam!

    Es ist einfach nur peinlich, wie sich diverse Politiker um das Thema „Zuwanderung“ herumdrucksen. Müller (FDP/AG) befürchtet das Aus für Personenfreizügigkeit​ und bilaterale Verträge. Wenn man der EU nicht erklären kann, dass die Schweiz zurzeit mit einer fünfmal höheren Zuwachsrate der Bevölkerung zurechtkommen muss als der Durchschnitt der europäischen Länder und deshalb Vertragsanpassungen nötig sind, dann gute Nacht. Flankierende Massnahmen fordern Girod und Gilli von den Grünen. Was diese taugen, zeigen die schlechten Erfahrungen bei der Personenfreizügigkeit​: Die Zuwachsraten bei der Einwanderung aus den EU-Staaten übersteigen alle Prognosen der renommierten Sozialwissenschafter.​ Bäumle/GLP will beim Energie- und Ressourcenverbrauch ansetzen. Was nützt das aber, wenn die Verbrauchsersparnisse​ einfach über die Zuwanderung kompensiert werden? Nein, wir müssen absolute Grenzen setzen, sowohl bei der Zuwanderung via Ecopop-Initiative wie auch beim Siedlungsflächenwachs​tum via Landschaftsschutzinit​iative. Alles andere sind Scheinlösungen.

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  • April 15, 2011

    Warum haben wir so viele Zuwanderer?
    Wenn die Ausbildungs- und Lohnstrukturen sowie die übrigen Arbeitsbedingungen für diejenigen Berufe, welche die neuen Zuwanderer besetzen, in der Schweiz besser wären, könnten viele Stellen auch mit in der Schweiz bereits ansässigen Personen besetzt werden. Das heisst konkret: Mehr Fachkräfte- als Akademikerausbildung,​ höhere Löhne und bessere Arbeitsbedingungen für Fachkräfte, Mindestlöhne einführen und wirksam kontrollieren.

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  • April 16, 2011

    Zuwanderung: Keine Überraschung oder Täuschung der Stimmbürgerschaft?


    Ist naiv, wer geglaubt hat, dass uns die Personenfreizügigkeit​ nicht eine massive Zuwanderung beschert? Mitnichten: Lesen Sie die Prognosen der Experten, die Meinungsäusserungen von Politikerinnen und Politikern und vor allem die Abstimmungsbroschüren​ des Bundesrats im Vorfeld zu den Abstimmungen zur Personenfreizügigkeit​ und zur Initiative für eine Regelung der Zuwanderung. Die meisten gingen nicht von einem grossen Zuwanderungsstrom aus. Es kämen nur noch Hochqualifizierte. Ein grosser Irrtum: Nur 10% der in den letzten Jahren zugewanderten Personen waren Hochqualifizierte. Unser reales Bruttoinlandprodukt (BIP) ist zwar insgesamt gewachsen, hat aber pro Kopf stagniert. Die realen Löhne des Mittelstandes sind sogar gesunken.
    Die Stimmbürgerschaft lässt sich ein- oder zweimal vom Bundesrat, von den Politikerinnen und Politiker sowie den Medien hinters Licht führen, aber auf Dauer wird sie sich nicht anlügen lassen.

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  • April 25, 2011

    Bauland aufgebraucht: Höchste Zeit umzudenken!

    Währen​d sich die EU-Länder anschicken, ihre Banken- und Staatsfinanzkrisen zu bewältigen, muss sich die Schweiz wappnen gegen den übergrossen Zustrom von Unternehmungen und Arbeitskräften, die vor den Krisenfolgen ihrer Länder in die Schweiz fliehen. Die Schweiz darf aufgrund dieser Zuwanderung weder in die Breite noch in die Höhe wachsen. Es soll weder eingezont noch aufgezont werden. Im bestehenden Siedlungsgebiet soll die Lebensqualität erhalten bleiben, auch wenn das auf Kosten von einigen Prozenten an BIP-Wachstum gehen sollte.

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  • April 26, 2011

    Raumkonzept Schweiz: Ein weiterer Placebo-Bericht zur Zersiedelung der Schweiz!

    In schöner Regelmässigkeit wird die Zersiedelung der Schweiz beklagt und werden allgemein gehaltene Berichte, Konzepte, Richt- und Sachpläne zu deren Bekämpfung veröffentlicht. Ohne Einzonungsstopp wird in diesem Politikfeld aber wie bisher nichts erreicht. Bund, Kantone, Regionen und Gemeinden schieben sich gegenseitig die Verantwortung zu. Auf Gemeindeebene wird weiterhin mit dem Spruch:“Unsere Gemeinde soll sich mässig weiterentwickeln“ die Zersiedelung Stück um Stück weitergetrieben. Nur die Landschaftsschutzinit​iative mit ihrer Forderung nach einem Einzonungs-Moratorium​ kann diesem Schwarzpeterspiel Einhalt gebieten.

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  • Mai 14, 2011

    Zuwanderung über Anpassung des EU-Vertrags zur Personenfreizügigkeit​ reduzieren!

    Die SP will die Personenfreizügigkeit​ über eine Verschärfung von Kontrollen in den Griff bekommen. Wer den Schweizer Rechtsvollzug kennt weiss, dass Kontrollen hier immer nur stichprobenweise vorgenommen werden und dabei immer neue Schlupflöcher entstehen. Nur über eine Anpassung des Vertrags zur Personenfreizügigkeit​ mit der EU kann die heute zu hohe Zuwanderung wirksam reduziert werden. Das ist der vernünftige Vorschlag der SVP. Die Schweiz ist keine Maus, die vor der Schlange EU Angst haben muss. Wir haben bei den Neuverhandlungen diverse Trümpfe in der Hand.

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  • Juni 9, 2011

    Irgendwann wird die Schweiz an ihre Grenzen stossen. Einwanderung, wie sie von der “Politik” gerne angepriesen wird, könnte ja OK sein. Leider aber ist nach meiner bescheidenen Meinung die “Multikulti-Variante​” eher fragwürdig. Ich wage zu prognostizieren, dass in absehbarer Zeit ( in 50 Jahren ) die noch in der Schweiz lebenden “Einheimischen” sich mit Volkstänzen und “Zäuerlen”, wie die Ureinwohner Australiens oder andernorts, als noch existent präsentieren dürfen. Schöne Aussichten?!

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  • Juni 10, 2011

    Ecopop-Initiative: Unterschreiben Sie jetzt!

    Die Ecopop-Initiative will den Nachhaltigkeitsartike​l 73 in der Bundesverfassung ergänzen. Sie will nicht nur eine Stabilisierung der Bevölkerungszahl wie die geplante SD-Initiative, sondern einen ökologischen Fussabdruck entsprechend der Kapazität der Schweiz erreichen. Dazu ist nach heutigem Wissensstand langfristig eine Bevölkerungszahl von deutlich unter 8 Mio nötig. Nur die Ecopop-Initiative macht auch einen Schritt zur Lösung der globalen Ursachen unserer Nachhaltigkeitsproble​me, indem in den geburtenstarken ärmsten Ländern freiwillige Familienplanung unterstützt wird.

    Die geplante SVP-Initiative orientiert sich bei der Zuwanderung nur am jeweils aktuellen Arbeitskräftebedarf der Wirtschaft. Damit vernachlässigt sie aber die gesellschaftliche und ökologische Dimension der nachhaltigen Entwicklung der Schweiz. Sie kann aber in einem eingeschränkten Sinn als mögliche Ergänzung der Ecopop-Initiative angesehen werden. Um die Nettozuwanderungsgren​ze von 0,2% einzuhalten, müssen Steuerungsmechanismen​ eingeführt werden. Ein Punktesystem ist eine Möglichkeit, welche auch in den klassischen Immigrationsländern erfolgreich angewendet wird („Green Card“). Ob es den Zielen der Nachhaltigkeit gerecht wird, hängt entscheidend von der Detailgestaltung ab. Ecopop fordert deshalb alle Parteien und Organisationen auf, aktiv an der Ausgestaltung der Steuerungsmechanismen​ mitzuarbeiten.

    Nur​ die Ecopop-Initiative fordert die konkrete, quantitative Einwanderungslimite. Sie bietet Flexibilität, da einzelne überschiessende Jahre in Folgejahren kompensiert werden können, aber die 0,2% Nettozuwanderungslimi​te verhindert ein Kneifen des Gesetzgebers. Zusätzlich dämpfen die Übergangsbestimmungen​ die Lust auf langes politisches Gezänke, da sonst rückwirkend kompensiert werden müsste.

    Unterschre​iben Sie jetzt die Ecopop-Initiative. Unterschriftenbogen unter http://www.ecopop.ch herunterladen!

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  • Oktober 7, 2011

    Personenfreizügigkeit​: Konjunkturpuffer fällt aus!

    Mit der Personenfreizügigkeit​ verzichtet die Schweiz auf ihren traditionellen Konjunkturpuffer: die Abschiebung von arbeitslosen Ausländern und Ausländerinnen in ihr Heimatland.

    Die Zuwanderung aus den Armutsgebieten Osteuropas im Zeichen der erweiterten Personenfreizügigkeit​ kann eine zusätzliche Zuwanderung ins Sozialversicherungssy​stem bringen.

    Die freie Zuwanderung auf den Schweizer Arbeitsmarkt erhöht längerfristig die Sockelarbeitslosigkei​t und damit die Sozialkosten. Der konjunkturelle Abschwung wird Entlassungen mit sich bringen. Diese gibt es nicht unbedingt bei den zuletzt Rekrutierten, sondern bei bisherigen, fachlich schwächeren schweizerischen und früher eingewanderten ausländischen Beschäftigten, die aus dem Arbeitsmarkt gedrängt werden. (Nach Rudolf H. Strahm: „Warum wir so reich sind“, Seite 216, 2008)

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    • Juli 19, 2021

      Herr Schneider, einmal hätte sicher auch gereicht! Ich dachte, dass Cross-Posting verboten ist?

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    • Juli 19, 2021

      Ihre Behauptungen sind falsch, Herr Schneider!

      Die Arbeitslosigkeit hat eben gerade nicht zugenommen, trotz Einwanderung!

      Selb​st 2009 während der grössten globalen Finanzkrise aller Zeiten war unsere Arbeitslosigkeit tiefer als in den 1990-Jahren!

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    • Juli 19, 2021

      @Peter Schlemihl
      Warten Sie mal den gegenwärtigen Konjunkturrückgang ab! Und die Zahl der Ausgesteuerten und der vorzeitig Pensionierten? Da gibt es gar keine vernünftige Statistik!

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