1. Abstimmungen & Initiativen

Smartvote – Irreführendes Politschema

Smartvote ist eine prak­ti­sche und sinn­volle Wahlhilfe: Aufgrund von Fragen zu di­ver­sen The­men­be­rei­chen kann je­der­mann die Übereinstimmung zu den Kan­di­die­ren­den in sei­nem Kan­ton ermitteln.  Grundsätzlich fragwürdig ist aber das daran angehängte Po­lit­schema ‘S­mart­map’, wel­ches die  po­li­ti­sche Land­schaft stark ver­ein­facht in kon­ser­va­ti­v-­li­b​e­ral und  links­-rechts un­ter­teilt. Un­zu­tref­fend ist die Gegenüberstellung von  “­kon­ser­va­ti­v” und “­li­be­ral”. Der Ge­gen­pol von “­kon­ser­va­ti­v” (bewahrend,  ver­gan­gen­heits­be­​zo­gen) ist nach mei­nem Verständnis “progressiv”  (fort­schritt­lich, zu­kunfts­ori­en­tier​­t). Der Ge­gen­pol zu “­li­be­ral”, welche  die Frei­heit der Ein­zel­per­so­nen meint, ist “­so­zial”, was soviel  be­deu­tet, wie der Ge­mein­schaft ver­pflich­tet. Li­be­rale An­sich­ten sind  nicht zwin­gend “­pro­gres­si­v”, so wenig wie so­ziale Be­stre­bun­gen mit “­kon­ser­va­ti­v” gleich­zu­set­zen sind. Dazu nur ein Bei­spiel: Wer Um­welt­an­lie­gen als  “konservativ” qua­li­fi­ziert oder gar als po­li­tisch „links” ein­stuft, ne­giert, dass fort­schritt­li­che Un­ter­neh­men in der Berücksichtigung von grünen An­lie­gen eine grosse Chance für tech­ni­schen Fort­schritt und  die Si­che­rung von  Arbeitsplätzen se­hen. Den Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern  ist daher zu emp­feh­len, ihre Ant­wor­ten di­rekt mit jenen der  Kan­di­die­ren­den zu ver­glei­chen. Zudem soll­ten die  Be­trei­ber von Smart­vote möglichst bald ein­mal ihr Gedankenschema  überprüfen. Die­ses ist so wis­sen­schaft­lich pro­ble­ma­tisch und po­li­tisch irreführend.

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Comments to: Smartvote – Irreführendes Politschema
  • September 22, 2011

    Die neue smartmap ist tatsächlich unbrauchbar! Da haben die Damen und Herren von smartvote eine Verschlimmbesserung gegenüber der alten map vorgenommen!

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  • September 22, 2011

    Die Smartmap müsste halt schon mehr als 2-dimensional sein. Aber dafür gibt’s ja noch die Smartspider!

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  • September 24, 2011

    Finde Smartvote eigentlich soweit gut. Interessanterweise decken sich – gemäss gestrigem Vortrag von Frau Lisa Schädel die Angaben mit dem Verhalten besser als gedacht (SP 94%, Grüne 92%, SVP 86%, FDP 81%, CVP 74%). Die Frage ist hier wie sehr der Interessenskonflikt, die Lobbyisten schon vorher gewirkt haben und wie weit die Parteien die freie Meinungsäusserung (gleich gegen aussen auftreten). – Nur so als Input http://www.buch.ch/sh​op/home/mehr-von-such​e/BUCH/sa/lisa_schaed​el.html

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    • Oktober 1, 2011

      Grundsätzlich ist smartvote eine ausgezeichnete Wahlhilfe. Nur das Tool “smartmap” ist leider misslungen!

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    • Oktober 1, 2011

      Wieso finden Sie, Herr Schlemihl, dass das Tool “smartmap” misslungen ist? Habe bis jetzt noch nichts dergleichen festgestellt. Doch diesbezüglich bin ich nicht massgebend.

      Wie auch immer, jede Stimme zählt bei den Wahlen wie auch bei den Abstimmungen. Egal für wen oder was. Doch dazu sollte man das entsprechende Wahl-/Abstimmungscouv​ert fristgerecht erhalten. Ist Ihres bereits eingetroffen? Bis jetzt bei uns und anderen, welche ich kenne noch nicht….. Hoffe es kommt bevor die Ferien angesagt sind….

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  • September 23, 2022

    \”Smartvote\” (= klug wählen) verhilft NICHT zum klug wählen: Das Problem ist, dass zu viele Fragen nicht einfach, eindeutig oder genügend differenziert beantwortet werden können. Man kann sein Ergebnis überprüfen, indem man die Beantwortung von Zeit zu Zeit wiederholt. Es kann sich deutlich verschieben. Ich bin so schon in die unterschiedlichsten Parteien geraten. Man sollte sich, um klug zu wählen, allein auf die Angabe der Parteizugehörigkeit verlassen.

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  • September 24, 2022

    Smartvote ist nicht neutral! Zahl,Auswahl und Gewichtungsmöglichkeiten der Fragen können manipulierend eingesetzt werden. Das ist vom Nutzer nicht zu durchschauen. So können z. B. die JAHRHUNDERTTHEMEN EU und MIGRATION gar nicht übermässig gewichtet werden,auch wenn man das will.

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  • September 25, 2022

    Das Problem liegt nicht bei Differenzierung der Gewichtung durch Ersteller einer Spinne. Wenn Sie Ihre beiden Lieblingsthemen EU und Immigration, am höchsten gewichten, Herr Sch., und alle anderen ganz nach hinten schieben, kommt voll zur Geltung, dass Sie ganz rechtsaussen spielen.

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  • September 26, 2022

    @Oberli
    Danke für das Kompliment! Wenn Sie meine Kommentare zu den jüngsten Abstimmungsvorlagen gelesen hätten, würden Sie erkennen, dass man als Parteiloser differenziert abstimmen kann, dies im Gegensatz zu ideologisierten Parteigänger:innen.

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  • September 26, 2022

    @Oberli
    Eigene politische Schwergewichtsthemen kann man bei smartvote nicht hoch genug bewerten, sonst müssten andere, auch wichtige Themen, zu tief eingestuft werden. Der Gewichtungsrange ist bei smartvote zu eng.

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