1. Wirtschaft

So investieren die Schweizer

Wer sich mit dem Gedanken trägt, aus seinem Privatvermögen mehr Kapital zu schlagen, der wird sich früher oder später mit den Möglichkeiten des Investments konfrontiert sehen. Der Börsenhandel ist insbesondere für Unternehmer oder erfahrene Anleger attraktiv, doch auch als Privatperson kann man die Vorteile, die mit dem An- und Verkauf von Aktien bzw. Wertpapieren einhergehen, für sich nutzen.

Für Laien auf diesem Gebiet kann die gesamte Finanzwelt schnell unüberschaubar wirken und die eigene Unwissenheit hält oftmals davon ab, sein Geld in Investitionen umzuwandeln. Um sein Vermögen eigenständig zu vermehren, stehen einem viele Wege offen, zu denen das Geld verdienen im Internet zählen kann. Doch die Gewinnspannen sind hier sehr begrenzt und so sollte man darüber nachdenken, in der Zukunft auf ertragreichere Geschäfte zu setzen. Ist es dafür hilfreich, sich mit den Abläufen auf dem Geldmarkt vertraut zu machen oder sind Investitionen ohnehin nur von einem glücklichen Händchen abhängig?

Zahlen und Fakten zu vermögenden Privatanlegern

In der Schweiz leben derzeit 389.200 Millionäre. Damit liegt der kleine europäische Nicht-EU Staat, gemessen an der Einwohnerzahl, auf Platz 7 der Länder mit den weltweit meisten Millionären. Innerhalb eines Jahres konnte die Anzahl der wohlhabenden Schweizer in 2017 um 7% zunehmen, was vor allen Dingen clever ausgeführten Geldanlagen zuzuschreiben ist. In den vergangenen Jahren lud der Kapitalmarkt mit extrem niedrigen Zinsen zum Investieren ein. Wer sich rechtzeitig mit den richtigen Wertpapieren eingedeckt hat, konnte dadurch von steigenden Aktienkursen und damit wachsenden Renditen profitieren.

Das hat dazu beigetragen, dass das globale Gesamtvermögen aller Millionäre erstmalig einen Rekordwert von 70 Billionen US-Dollar erreicht hat. Als wichtigste Geldanlage für die Privatanleger gelten dabei mit einem Anteil von 30,9% nach wie vor Aktien und Wertpapiere. Die übrigen Vermögenswerte verteilen sich unter anderem mit 27,2% auf Bargeld und mit nur 16,9% auf Immobilien. Kann man sich von diesen erfolgreichen Anlegern etwas abgucken oder sollte man einfach nur auf sein Glück vertrauen?

Die Sache mit dem Glück

Viele Menschen scheuen sich davor, Investitionen zu tätigen, da sie damit ein zu starkes Risiko verknüpfen, welches sie befürchten lässt, am Ende leer auszugehen. Leider gehört es zum Vermögensaufbau dazu, Wagnisse einzugehen, um grosse Erträge erzielen zu können. Manch einer vertraut hier auf das Expertenwissen von einem Vermögensberater, den man über die SVAG ermitteln kann. Andere wiederum gehen nach ihrem Bauchgefühl und greifen auf erfolgreiche Erfahrungen aus der Vergangenheit zurück.

Diese Menschen setzen in Alltagssituationen auf bestimmte Glückszahlen. Eine Studie in Grossbritannien, die das Online-Casino Betway durchgeführt hat, zeigt dass 80% der 2.000 befragten Teilnehmer ihr ganzes Leben lang auf eine bestimmte Ziffer vertrauen. Die Mehrzahl der in dieser Umfrage untersuchten Briten setzt bei wichtigen Fragen und Entscheidungen auf die Nummer 7. Ganze 70% der Menschen gaben ausserdem an, dass sie tatsächlich auch Erfolg mit ihrer favorisierten Nummer hatten. Dabei stellt sich jedoch automatisch die Frage, wie lange der eine oder andere auf den grossen Glücksmoment warten musste. Das Schicksal eines deutschen Lotto-Gewinners aus dem Jahr 2015 beweist, dass die jahrelange Hoffnung, mit den eigenen Glückszahlen zu gewinnen, lange Zeit ergebnislos bleiben kann.

Erst mit einer ganz anderen Taktik, die auf den Berechnungen eines Lotto-Terminals basierte, schaffte es der Lottospieler doch noch, zum Millionär zu werden. Zudem kann das Festhalten an Glückszahlen wie der Ziffer 7 dazu führen, dass man sich diese Tradition und einen möglichen Gewinn mit vielen anderen Menschen teilen muss. Im Jahr 2014 haben gleich 550 Schweizer eine identische Zahlenreihenfolge gespielt, die der einst beliebten Mystery-Serie „Lost“ entsprang. Das Problem bei der Ziehung einer viel getippten Zahlenreihe besteht aber nun mal darin, dass man nach dem Gewinn mit weniger Schweizer Franken nach Hause gehen wird, als mit dem Spielen einer weniger populären Zahlenkombination.

Tipps und Tricks für erfolgreiches Investieren

Man sollte sich jedoch nicht allzu sehr auf sein Glück verlassen, wenn man daran interessiert ist, sein Vermögen aufzubauen und gekonnt zu vermehren. Wer den Schritt wagen will und sein Geld vernünftig investieren möchte, sollte auf verschiedene Dinge Acht geben, die das Spiegel-Magazin gut verständlich zusammengefasst hat. Bei dieser Form der Geldanlage sollte man sich selbst klarmachen, dass man nicht innerhalb kürzester Zeit an sein Ziel gelangt, denn um mit dem Aktienhandel oder dem Investieren in Fonds hohe Rendite zu erzielen, muss man über mehrere Jahre hinweg am Ball bleiben.

Am Beispiel des Swiss-Market-Index (SMI) lässt sich gut ablesen, dass man bei einer Investition, die im Jahr 2000 getätigt worden wäre, sich 15 Jahre später über ein Plus von 78% hätte freuen können. Des Weiteren ist es wichtig, sich nicht ausschliesslich auf eine Firma zu konzentrieren, sondern das Anlagerisiko auf ganz verschiedene Branchen zu verteilen, so dass man nicht von einer einzigen Geldanlage abhängig bleibt. Grosse Unternehmen, wie Airbnb oder Booking.com, können aufgrund ihres dominierenden Marktanteils eine verhältnismässig sichere Anlage bedeuten. Zu bedenken ist dennoch, dass die Zuwachsraten an hier erzielten Gewinnen nicht dermassen in die Höhe schiessen werden wie bei kleineren Start-Ups. Es würde sich daher beispielsweise lohnen, junge Projekte in sein Anlage-Portfolio einzubauen. Dazu kann man sich auf dem Portal von Kickstarter nach spannenden Ideen umschauen, an denen man sich per Crowdfunding beteiligen kann.

Auch für die Menschen, die mit ihrem Geld gleichzeitig verdienen und etwas Gutes tun wollen, lassen sich nachhaltige Lösungen zum Investieren finden. Über 300 Investmentfonds mit einer Schweizer Vertriebszulassung berücksichtigen sozial- und umweltverträgliche Faktoren, was einen Anteil von 3,7% an allen frei zugänglichen Schweizer Fonds ausmacht. Dieser Bereich gewinnt immer mehr an Bedeutung, denn vor zehn Jahren haben sich in der Schweiz nicht mal halb so viele Fonds nach ökologischen oder sozialen Kriterien ausgerichtet. Wer heute anfängt, sich mit dem breiten Angebot an Fonds vertraut zu machen und in verschiedene Sparten zu investieren, der könnte in einigen Jahren womöglich mit guten Renditen belohnt werden.

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Comments to: So investieren die Schweizer
  • September 14, 2018

    Angstmacherei und Aktienanlage

    Statt​ die breite Öffentlichkeit in der Volksschule über die Anlageform “Aktie” aufzuklären (Chancen und Risiken), wird in den Medien alles getan, um diese zu diskreditieren. Jedes Mal, wenn der Aktienmarkt um 2% oder mehr sinkt, wird genüsslich von “Panik an den Aktienmärkten” geredet. Wenn er übermässig steigt hört man hingegen nichts. Daher ist auch die Zahl der Leute, welche Aktien halten so klein. Wer Angst machen kann, kann die Leute am schnellsten überzeugen.

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    • September 14, 2018

      Das ist so, mit Angst lässt sich am besten Überzeugen.

      Nun mal den Blick weg von den Aktien, hin zu Global Warming da funktioniert das ebenso wunderbar…

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    • September 14, 2018

      Schön, dass ich Ihnen mal beipflichten kann, Herr Schneider.

      Wer mit einem gemischten Aktienportefeuille aus dem SMI, gekauft nicht zur Zeit der Höchstkurse, wird mit den Jahren immer gewinnen. Das beweisen die Charts.

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    • September 15, 2018

      Guten Tag Herr Hofer

      Wer mit Charts argumentiert hat bereits verloren. Denn Personen die so argumentieren, versuchen aus der Vergangenheit auf die Zukunft zu schliessen. Und das kann per Definition nicht funktionieren. Die Vertreter solcher Theorieren verweisen immer auf tausende von Erfolgsstories, welche aber im Nachhinein locker produziert werden können.

      Keine einzige der Kurseinbrüche oder Krisen der letzten Jahrzehnte hätte mit Charts vorausgesagt werden können. Und wer solches behauptet, der lügt schlichtweg.

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    • September 15, 2018

      Guten Tag Herr Schneider

      Vielen Dank für Ihr Votum, aber leider verzerrt es die Sachlache sowohl bei den Aktienmärkten als auch bei den Medien (wobei hier einmal mehr die Frage gestellt sei WELCHE Medien Sie denn genau meinen!).

      Ihre angesprochene “Panik” beim Einbruch um 2% hängt meistens mit einem Einzelereignis zusammen. Sei das das Bekanntwerden eines Skandales (z.B. wie bei VW) oder eines anderen einschneidenden Ereignisses. Bei solchen Ereignissen kommt es dann halt auch um Kursreduktionen von mehr als Ihre angesprochenen 2 Prozente im Lauf eines Tages, weniger Stunden oder gar Minuten.
      Auf der anderen Seite gibt es relativ wenige Einzelereignisse, welche den Börsenkurs einer Aktie innerhalb eines einzigen Tages um die angesprochenen 2% hochschnellen lassen. Die Ursachen solcher Sprünge sind ebenfalls auf Einzelereignisse wie z.B. ein neuer CEO bei einer schlingernden Unternehmung oder Bekanntgabe von wesentlich besseren Resultaten als sie der Markt erwartet hat.
      Die Verteilung solcher Einzelereignisse auf der positiven/negativen Seite ist aber definitiv nicht gleichmässig.

      Auf der anderen Seite gab es während der Börsenrally vor der grossen Finanzkrise fast täglich Berichte über die unwahrscheinlich tollen Performances an den Börsenplätzen und welche unglaublichen Börsentalente jetzt schon wieder ein riesiges Vermögen gemacht hätten. Und genau da sind auch tausende Schweizer in die Börse eingestiegen und haben Ihr Geld in Firmen und Finanzkonstrukte gesteckt von denen sie keine Ahnung hatten und dann im Zuge der Finanzkrise sehr viel von diesem investierten Geld verloren haben.

      Und da kommen wir zu einem Punkt, bei dem ich Einig gehe mit Ihnen: Der Schulung der Bevölkerung zu den Chancen und Risiken von Finanzanlagen wird zu wenig getan. Dies ist jedoch nicht die Aufgabe der “Medien” sondern die der Schulen. Hier wird jedoch von allen Seiten am Lehrplan gefordert und gezerrt dass es wohl aussichtslos ist, auch diese Themen in sinnvoller Tiefe einzubringen.

      Ausb​aden müssen es dann die Schuldenberatungen.

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    • September 15, 2018

      Herr Wolf
      Wie kommen Sie darauf mir mein Argument als Lüge hin zu stellen?

      Der SMI hat im Jahr 1988 bei ca. 1500 gestanden. Im Jahr 2018 schwankt er um 9000!
      Sie können jeden Hauptbörsenchart der westlichen Welt zum Vergleich nehmen.
      Jeder Chart hat sich vermehrfacht.

      Befa​ssen Sie sich mit der Materie, und Sie werden mit Bedauern feststellen, dass Sie das bis heute noch nicht gemerkt haben…

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    • September 16, 2018

      Herr Hofer

      Das ist die Retroperspektive. Im Nachhinein kann man immer alles schön erklären.
      Aber aufgrund Ihrer Chart-Theorie hätten Sie noch Ende Mai ’07 die UBS-Aktie zum absoluten Gewinnerpapier erklärt, da deren Kurs immer nur gestiegen ist.

      Was der UBS-Kurs seit Juni ’07 so macht wissen wir auch.

      Darum ist jede Voraussage, die auf der Vergangenheit beruht, immer ein Problem.

      Da muss nur die Selbstbestimmungs-Ini​tiative oder die Schengen-Austritts-In​itiative angenommen werden und schon können Sie Ihre Theorie der immer steigenden SMI-Kurse rauchen.

      Steigende​ SMI-Kurse sind nicht die Folge von steigenden Kursen in der Vergangenheit sondern die Folge von Wirtschaftswachstum, Rechtssicherheit und (heute immer mehr) internationaler Vernetzung.

      Befass​en Sie sich bitte mal wirklich mit dieser Materie und Sie werden feststellen, dass Sie immer das Falsche gemerkt haben!

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    • September 16, 2018

      Eigentlich hat es keinen Sinn mit Ihnen weiter zu debattieren. Es ist fast so, wie einem Blinden die Farbe Grün zu erklären.

      Ich mache das, weil ich hoffe, dass es andere Leser gibt, die gerne darüber etwas erfahren möchten. Ich gebe zwar zu, dass ich nicht vom Fach bin. Gleichzeitig kann ich sagen, dass ich altersbedingt eine gewisse Erfahrung habe.

      Nun zur Sache:

      Sie sagen: “Sie hätten noch Ende Mai ’07 die UBS-Aktie zum absoluten Gewinnerpapier erklärt,”
      Meine Antwort: Ich habe in meinem Statement empfohlen, ein gemischtes Aktienportefeuille zu erstellen. Von UBS habe ich nichts gesagt. Doch auch diese könnten enthalten sein. Denn der SMI-Chart befindet sich wieder auf gleicher Höhe, wie Anfangs 2007, trotz UBS-Absturz. Ferner habe ich gesagt, dass nicht zu Zeiten der Höchstkurse gekauft werden sollte.

      Ihnen ist zudem entgangen, dass die UBS seit Langem wieder Dividende bezahlt. Die Zürich-Versicherung bezahlt sogar 6% auf dem heutigen Kurs. Andere bezahlen 2-4%. Dies ist im Chart nicht berücksichtigt.

      ​Sie sagen: Die Annahme der Selbstbestimmungs-Ini​tiative oder der Schengen-Austritts-In​itiative hätten, wenn ich das richtig verstehe, einen Crash zur Folge.
      Meine Antwort: Das Gegenteil würde eintreten. Wir würden damit eine Unklarheit über die Richtung der Schweizerwirtschaft aus dem Weg nehmen. Die Börse schätzt Unklarheiten nicht.

      Dass Sie, Herr Wolf, sich dermassen frustriert zur Aktienanlage äussern, kann ich gut nachvollziehen. Sie scheinen ein gebranntes Kind zu sein.
      Möglich, dass Sie zu Höchstkursen gekauft haben.
      Als dann der Crash eintrat zu Tiefstpreisen verkauft haben, weil Sie an den Weltuntergang glaubten. Damit war der Verlust Tatsache.
      Möglich, dass Sie mit spekulativen Derivatprodukten von Lehman Brothers oder des Berni Madoff auf den Leim gekrochen sind.
      Halt dumm gelaufen.
      Wenn das so ist, tun Sie mir leid. Und Sie sind nicht der einzige.

      Damit schliesse ich den Dialog mit Ihnen.

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    • September 16, 2018

      Danke Herr Hofer für Ihre detaillierte Antwort. Auch wenn Sie nicht weiter mit mir diskutieren möchten.

      Nein, ich bin kein gebranntes Kind von Lehman, Madoff oder Behring. Denn ich bin immer dem Grundsatz gefolgt, dass ich nichts kaufe was ich nicht verstehe. Wenn das alle so machen würden, dann hätte es viel weniger Geschädigte aus diesen Pleiten gegeben. Ich habe aus dem einen oder anderen Titel durchaus einen Schuh voll Erfahrungen herausgezogen (z.B. UBS – aber weit vor dem Höchstkurs gekauft), habe aber auch schöne Gewinne gemacht. Eine Frustration gegenüber der Börse können Sie also nicht aus meinen Kommentaren herauslesen, da eine derartige Frustration gar nicht existiert.
      Es gibt aber eine Allergie gegenüber Menschen, Webseiten und Institutionen welche behaupten, die Börsen-Zukunft vorhersagen zu können. Alle mir dazu bekannten Theorien über Kursvorhersagen sind allesamt untauglich weil auf die wirklich interessante Frage nie eine Antwort enthalten ist: “was geschieht morgen”. Denn DAS lässt sich durch keine Börsenmathematik oder Chartanalyse beantworten sondern nur durch den Tag selber – oder durch Insider-Informationen​.
      Und genau darum sind diese immer wieder ein Thema.
      Also für die Strafverfolger.

      Ri​chtig – Sie haben sich immer auf ein Portfolio oder Börsenindex bezogen währenddem ich mich auf einen Einzeltitel bezogen habe. Und Einzeltitel haben IMMER eine höhere Volatilität (=Kursschwankungen) als ein Fonds oder ein Börsenindex. Per Definition.

      Und ja – für die effektive Wirtschaflichkeit muss man nicht nur den Börsenkurs sondern auch die Dividenden berücksichtigen. Diese sind aber für jeden Schweizer nicht so interessant, da Börsengewinne Steuerfrei sind (aus welchem Grund auch immer?) und Dividendenzahlungen Einkommenssteuern verursachen. Genau darum machen viele Firmen den Trick der Kapitalrückzahlungen was im Endeffekt die selbe Auswirkung, aber keine (oder geringere) Steuern zur Folge hat. Aber ein Fonds oder ein Börsenindex zahlt keine Dividenden aus, also sind wir doch wieder beim nackten Börsenchart angelangt.

      Was aber in jedem Fall gültig ist, ist die Tatsache, dass man nicht von der Vergangenheit auf die Zukunft schliessen kann. Und jedes Chart zeigt nun mal nur die Vergangenheit und das lässt per Definition keine Rückschlüsse auf die Zukunft zu.
      Somit ist JEDE Chart-Prognostik (egal ob für Einzeltitel oder für Indices) das Selbe wie das Lesen in einer Glaskugel, dem Kaffeesatz, den Sternen oder was weiss ich was. Kurz gesagt, es ist Scharlatanerie – im Besten Fall ein Spiegel der Hoffnungen, im Normalfall aber schlicht Betrug am Kunden.

      Und ja – meine Annahme geht dahin, dass bei der Annahme von einer der beiden SVP-Initiativen ein Kursverfall eintreten wird und niemand hat mich bisher überzeugen können, dass dem NICHT so ist. Denn die einzigen, welche behaupten, dass bei einer Annahme “Rechtssicherheit” herrschen würde ist die SVP (und deren Anhänger) – kann das aber nicht beweisen.

      Denn tatsächlich wären auf einen Schlag ca. 600 internationale Verträge potentiell(!) auf der Kippe. Nicht weil diese effektiv Schweizer Recht entgegen stehen – sondern weil jederzeit Irgendjemand behaupten kann, dieses oder jenes Abkommen würde der Schweizer Verfassung entgegenstehen und somit die Kündigung des Vertrages verlangen. Und genau DAS bedeutet Unsicherheit für jedes Unternehmen welches sich auf dieses Abkommen abstützt. Bis das letzte Schweizer Gericht dazu Stellung genommen hat – und das wissen Sie selber, dass das Jahre, Jahrzehnte der Unsicherheit über die Entscheidung bedeutet. Und genau DAS hasst die Börse wie die Pest. Schreiben Sie ja selbst. Und genau DAS ist das Gift das in dieser Initiative steckt, das die Schweizer Wirtschaft an den Abgrund stellen wird. So wie jetzt gerade beim Brexit sichtbar. Denn genau diese Unsicherheit wird jedes Schweizer und internationale Unternehmen davon abhalten in der Schweiz irgend einen Sitz aufzubauen. Auch wenn Sie die Unternehmungssteuern auf NULL setzen würden.

      Ein Schweizer Transportunternhmen: Ha, da könnte jemand behaupten, das Landverkehrsabkommen sei nicht BV-Kompatibel und müsse gekündigt werden. Folge: Das Transportunternhmen weiss nicht mehr, zu welchen Konditionen es in Europa anbieten kann, weil wenn das Bundesgericht es tatsächlich auch so sieht (irgendwann einmal!) und das Abkommen wegfällt, die EU eine “Schweizersteuer” erheben könnte. Schlägt er diese vorsorglich drauf, bekommt er keinen Auftrag mehr – lässt er es weg, lebt er mit dem Risiko, dass er plötzlich eine solche Steuer in Europa bezahlen müsste und hat dann seine Kosten nicht mehr planbar.

      Ein Schweizer Käseproduzent, der Emmentaler herstellt: Da könnte jemand behaupten, dass das internationale Patent- und Namensschutz-Abkommen​ nicht ganz BV-tauglich sei und verlangt dessen Kündigung. Bis das Bundesgericht entscheidet herrscht Unsicherheit darüber, wie lange er noch seinen Käse international verkaufen kann und er auf der Exklusivität der Marke “Emmentaler” aufbauen kann und sich Investitionen in diese Marke überhaupt noch lohnen.

      Der Beispiele gibt es endlos.

      Rechtssich​erheit sieht anders aus: Nämlich dass ein einmal abgeschlossener Vertrag gilt. Das weiss jeder Bauer.

      Viel Spass!

      PS: Ob ein Kurs ein “Höchstkurs” war weiss man auch erst rückblickend. Sie haben also im Normalfall die Möglichkeit, bei fallenden Kursen zu kaufen (weil man ja annimmt, dass er danach wieder steigt) oder über mehrere Tage verteilt zu kaufen (was aber zu teuer ist für Privatanleger) und so das Kursrisiko zu streuen. Aber Sie wissen IMMER erst danach, ob man zu einem guten oder schlechten Kurs gekauft (oder verkauft) hat! Ausser Sie wissen, was morgen passiert. Aber da sind wir ja wieder beim Grundproblem….

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  • September 14, 2018

    Man sollte sich eher einmal fragen, woher denn überhaupt das Geld für die Gewinne herkommt?
    Womöglich von wegrationalisierten oder in Billiglohnländern verlagerten Jobs und den damit eingesparten Lohnkosten?
    Die Realwirtschaft steht im Kampf gegen die Finanzwirtschaft.
    Od​er womöglich sind die Gewinne schon im Preis der Endprodukte und dem Endverbrauch einkalkuliert und wir zahlen ohne es zu wissen, die Dividenden und Rendite selbst?
    Gier zerfrisst Hirn, sagte einst Heiner Geissler.
    Das Geld arbeitet ist ein Märchen wie aus 1001 Nacht, die Arbeiter arbeiten.
    Da es ja gemäss unserem Finanzminister kein Geld aus dem “Nichts” gibt lässt sich nur daraus schliessen, dass für Gewinn entweder wir selbst oder jemand anderer gearbeitet hat.

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    • September 14, 2018

      Wenn angesehene Gross Konzerne von Deutschland bereits heute 80% des Geldes und einen Grossteil der Produktion in Asien haben, wird dort gearbeitet und dort das Geld für die Dividenden erwirtschaftet.
      Unter welchen Bedingungen auch immer. Andere verweisen auf den Baum, auf dem das Geld wächst…

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  • September 14, 2018

    Wer nicht besonders vermögend ist, wählt indirekte Möglichkeiten wie Fonds, wo man mit anderen investiert.

    Das direkte investieren ist für Pensionskassen oder Superreiche, die es sich leisten können.

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    • September 14, 2018

      Und die Pensionskassen investieren dann überall, sogar so, dass Unsere Jobs in Billiglohnländer verlagert werden.
      Wenn die Arbeit weg ist, sollten müssten wir in den Überteuerten Wohnungen wohnen, welche wegen den Pensionskassen total überteuert sind.

      Wir “Kleinen” Tun alles, damit wir uns mehrfach selber bescheissen…sorry das Wort.

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