Bischof Nikolaus von Myra (Demre, Türkei), geboren zwischen 270 und 286, starb 326, 345, 351 oder 365. Der 6. Dezember gilt als Todestag. Als Schutzpatron der Kinder und Armen wurde Nikolaus von Myra erst 1222 am Konzil von Oxford heiliggesprochen. Die frühesten Berichte vom 6. Dezember als Gedenktag für Nikolaus stammen aber bereits aus dem 4. Jahrhundert, als das römische Christentum entstand.

Nikolaus wirkte in der ersten Hälfte des 4. Jahrhunderts als Metropolit in Myra (beim heutigen Antalya) in der römischen Provinz Asia (heute Kleinasien in der der Türkei)

Von Antiochia aus hatte sich dort seit 44 nC ein jüdischer Kult verbreitet, der einen legendären Märtyrer Krestos mystisch verehrte und für seine Wiederkunft betete. Offenbar wurden die Kristiani durch eine Taufe in diese Bewegung aufgenommen. Die Verbreitung dieses jüdischen Kultes wird Saul/Paulus von Tarsus zugeordnet. Dieser Paulus wird als einziges Mitglied dieses jüdischen Kultes geschichtswissenschaftlich als historische Person, die also gelebt hat, bezeugt: Paulus wurde in Korinth dem römischen Prokonsul Gallio vorgeführt. Dieser regierte gemäss römischen Inschriften vom Frühsommer 51 bis Frühsommer 52. Demnach war Paulus spätestens ab 50 bis maximal Juli 52 in Korinth, also für etwa anderthalb Jahre. Seine Existenz ist also durch diese Inschriften bewiesen. 

Nikolaus ist geschichtswissenschaftlich besser belegt – durch das Konzil von Nicäa. In den insgesamt bekannten 16 Teilnehmerlisten des Konzils ist Nikolaus von Myra sechsmal als Teilnehmer vermerkt. 

Nikolaus zerstörte die Tempel der Göttin Diana/Artemis, die in den Küstenorten Lykiens als Patronin der Seefahrer verehrt wurde; ihr Tempel in Myra war der grösste und prunkvollste. Darauf, 310, wurde Nikolaus während einer sog. “Christenverfolgung” (*) von den Römern gefangen genommen und gefoltert. (*Die Verfolgungen durch den Kaiser waren immer Judenverfolgungen; die Römer unterschieden die jüdischen Kulte noch nicht.)

Im Herbst 324 hatte Kaiser Konstantin die Alleinherrschaft erkämpft – offenbar mithilfe des unsichtbaren Gottes der “Christen”, die sich nun für den Kaiser von den übrigen jüdischen Kulten abhoben. Bereits 325 berief er ein Konzil der “christlichen” Bischöfe Kleinasiens ein. Seine Absicht war, die neu gewonnene Reichseinheit auch mit der Einführung eines einheitlichen Glaubens abzusichern – weg von den zahlreichen römischen Göttern. Konstantin wollte nur einen Gott über sich und dessen Sprecher sein. Der Monotheismus des entstehenden christlichen Glauben war aber durch die neue Trinitätslehre gefährdet. Nach dem Konzil wurden die sog. “Arianer” als Vertreter eines reinen Monotheismus verfolgt. Der Kaiser scheint jedoch mit der Trinität (3 Gotteserscheinungen = 1 Gott) abgefunden zu haben.

Aus heutiger Sicht begründete Konstantin damals eine neue Religion, das römische Christentum, und es hat sich in der hellenistischen Kultur Ostroms, in der heutigen Türkei entwickelt. Kaiser Konstantin war sozusagen der erste “Papst”. Nach dem Konzil gab er sofort den Tarif durch: die Arianer wurden verfolgt – durch die Athanasianer. Nikolaus hatte als Vertreter der Trinitätslehre offenbar neben Athanasius Einfluss bei dieser rabiaten Einführung eines staatlichen römischen Christentums. 

Nikolaus und die andern Bischöfe an diesem Konzil wurden/werden immer falsch dargestellt: In der Spätantike, also vor der Entstehung des römischen Christentums, gab es noch keine Bischofsgewänder. Die Bischöfe trugen als Metropoliten des Kaisers die weisse Toga der römischen Beamten (Bild oben). Sie waren kurzhhaarig und meist nicht bärtig. Auch Nikolaus müsste so ausgesehen haben.

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Comments to: 6. DEZEMBER: NIKOLAUS VON MYRA† – WICHTIG BEI DER EINFÜHRUNG DES RÖM. CHRISTENTUMS 325
  • November 30, 2022

    Das «neue Rom» (Roma Nova), Konstantinopel, blickte auf die lange Tradition des römischen Kaisertums zurück. Kaiser Konstantin der Grosse machte Konstantinopel deshalb im Jahr 330 – nur 5 Jahre nach dem Konzil von Nicäa – zur neuen Hauptstadt Ostroms. Es war unmöglich, das von allen Seiten bedrängte Römische Reich noch zentral zu verwalten. Das weströmische Reich mit der alten Hauptstadt Rom ging im 5. Jahrhundert unter dem Ansturm germanischer Stämme unter, während das oströmische Reich, wenngleich seit dem Vormarsch des Islam im 7. Jahrhundert um beträchtliche Gebiete reduziert worden war, bis zur blutigen Eroberung Konstantinopels durch die Türken 1453 Bestand hatte. Der lange Bestand Ostroms ermöglichte auch die breite Weiterentwicklung des römischen Christentums über Ostrom hinaus.

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  • Dezember 6, 2022

    Saint Nicolas, der Metropolit und Bischof Nikolaus von Myra, ist bereits am Samstag, dem 3. Dezember, durch die Strassen von Fribourg gezogen. Fast 30\’000 Menschen erwarteten ihn.

    \”Mit seinem Esel und seinem Gefolge griff der heilige Nikolaus wie gewohnt auf humorvolle Weise die aktuellen Ereignisse im Kanton auf und erteilte den kleinen und grossen Freiburgerinnen und Freiburgern Ratschläge.

    «Meine lieben Kinder, wie schön, dass ihr so zahlreich seid», rief er, in der historischen Figur des Bischofs von Myra und verkörpert von einem Schüler des Kollegiums St. Michael, dem Publikum zu.\” (Nau.ch)

    Wie gesagt, den Bischofstalar gab es erst Jahre nach der Gründung des römischen Christentums im Jahr 325 durch Kaiser Konstantin in Nicäa (Türkei). Vorher traten die Bischöfe als Metropoliten auf, als kaiserliche Beamte Konstantins, also in der weissen Toga römischer Bürger. Die Metropoliten reisten mit zwei- oder vierrädrigen Wagen ans Konzil von Nicäa.

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  • Dezember 7, 2022

    In einer eigentlich aussichtslosen Schlacht an der Milvischen Brücke bei Rom siegte Konstantin 312 mit seinen Truppen gegen seinen zweitletzten Konkurrenten Maxentius; sein Sieg verhinderte den Einmarsch des Maxentius in der römischen Hauptstadt und dessen Machtübernahme. Dass er daraufhin auf den Fahnen seiner Truppen habe Kreuze anbringen lassen ist eine falsche Legende. Die Feldzeichen der römischen Legionen bestanden aus hohen Stangen mit einer Querstange, bildeten also seit jeher ein Kreuz. (Unten ist das Bild eines solchen Signums.)

    Nachträglich, wahrscheinlich erst, nachdem Konstantin 324 letzten Konkurrenten, den oströmischen Herrscher Licinius, besiegt hatte und im römischen Reich Alleinherrscher geworden war, mag er sich auf den Gott der Christen berufen haben, der ihm bereits zum Sieg an der Milvischen Brücke verholfen habe. Er musste ja jetzt die in Ostrom bereits einflussreichen Christen für sich gewinnen. Bereits 325 machte er deshalb den starken christlichen Kult zum römischen Christentum, das bis heute in der römisch-katholischen Kirche weiterlebt. Das Konzil von Nicäa stand unter seiner Leitung; er war also in dieser Funktion der erste Papst. Das Signum der römischen Legionen machte er möglicherweise zum Kreuz der Christen.

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  • Dezember 9, 2022

    Ergänzung zu den kreuzartigen Feldzeichen der Legionen Konstantins: Sie bestanden bei der Infanterie und der Reiterei, die kein reich ausgestattetes Signum (wie auf dem Bild) hatten, aus einer hohen Stange mit einem Querholz. Daran hing ein quadratisches Stück Stoff. Darauf standen Nummer und Name der Legion. Dieses einfache Feldzeichen wurde als Vexillum bezeichnet.

    Auf dem möglicherweise von Konstantin eingeführten Labrarum war zusätzlich der Kopf des Kaisers und das Kreuz Christi.

    https://altevolkstrachten.de/feldzeichen-fahnen/

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